Was sind Entzündungen im Körper – und warum sprechen alle darüber?
Der Begriff „stille Entzündungen“ ist heute in aller Munde. Der Grund ist klar: Immer mehr Menschen leiden unter Beschwerden, die sie sich nicht erklären können – Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Hautprobleme, Verdauungsstörungen, Schlafprobleme.
Häufig steckt eine stille Entzündung dahinter – eine Form der chronischen Entzündung, die langsam, leise und oft symptomarm beginnt. Sie wird selten erkannt, ist aber an der Entstehung vieler moderner Erkrankungen beteiligt:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes
- Autoimmunerkrankungen
- Depressionen
- Reizdarm und Leaky Gut
- Alzheimer
- Arthrose und Gelenkschmerzen
Die Wissenschaft nennt das low-grade inflammation.
Warum kommt es zu stillen Entzündungen? Die wahren Auslöser im Überblick
Darmgesundheit & Darmflora – der größte Hebel
Studien zeigen: Über 70 % des Immunsystems sitzen im Darm.
Ist die Darmflora gestört oder die Darmwand durchlässig (Leaky Gut), gelangen Stoffe ins Blut, die das Immunsystem reizen – es entstehen stille Entzündungen.
Ein Beispiel: Remoulade besteht zu einem großen Anteil aus Transfetten. Diese werden stark erhitzt, um haltbar gemacht zu werden. Diese Art von Fetten kommt in der Natur de Facto nicht vor. Daher kann die Epithelschicht (Darminnenwand) nicht mit diesen Fetten umgehen. Sie geht nach und nach kaputt.
Hauptauslöser:
- Zucker und Weizen
- Alkohol
- Antibiotika
- chronischer Stress
- verarbeitete Lebensmittel
Chronischer und oxidativer Stress
Stress aktiviert entzündliche Signalwege (Cortisol-Resistenz).
Das Ergebnis: oxidativer Stress, Müdigkeit, Antriebslosigkeit.
Falsche Fette
Omega-6 aus Pflanzenölen → erhöhen Entzündungsaktivität
Omega-3 → einer der stärksten natürlichen Entzündungshemmer
Omega-6-Fette sind nicht per se schlecht. Vielmehr kommt es auf das richtige Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 an. Omega-6-Fette nehmen wir praktisch gesehen ohnehin in großen Mengen auf. Das Verhältnis verschiebt man in die richtige Richtung, indem man versucht Omega-6 zu reduzieren und Omega-3 supplementiert.
Verhältnis in Deutschland oft: 20:1 (Omega-6 : Omega-3)
Gesund wären: 3:1
Bewegungsmangel
Bewegungsmangel gehört zu den stärksten Treibern chronisch-entzündlicher Prozesse. Wenn Muskeln nicht regelmäßig aktiviert werden, sinkt die Ausschüttung entzündungshemmender Myokine – dies sind kleine Botenstoffe, die durch körperliche Aktivität freigesetzt werden und systemische Entzündungen nachweislich reduzieren. Gleichzeitig steigt bei Inaktivität die Menge an viszeralem Fettgewebe, das selbst entzündungsfördernde Zytokine produziert (z. B. TNF-α, IL-6). Daraus folgt: Eine dauerhafte, unterschwellige Entzündungsbereitschaft im Körper, die langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkprobleme, Autoimmunerkrankungen und metabolische Störungen erhöht.
Schlafmangel
Schlafmangel – besonders chronischer, unregelmäßiger Schlaf – führt zu messbaren Erhöhungen der systemischen Entzündungsmarker. Der Körper braucht die Nacht, um Cortisol, Immunsystem und Zellreparatur zu regulieren. Zu wenig Schlaf erhöht die Ausschüttung von entzündungsfördernden Zytokinen wie IL-1β, IL-6 und CRP. Besonders problematisch ist unregelmäßiger Schlaf, da er den circadianen Rhythmus stört. Der Körper verliert dadurch die zeitliche Abstimmung hormoneller Prozesse, was die Entzündungsbereitschaft weiter steigert.
Warum Regelmäßigkeit wichtiger ist als reine Schlafmenge
Entscheidend für entzündungsarme Regeneration ist nicht nur die Anzahl der Stunden, sondern die Konstanz. Der biologische Tag-Nacht-Rhythmus (zirkadianer Rhythmus) steuert nahezu jede Funktion des Immunsystems. Wer ständig zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett geht oder aufsteht, erzeugt eine „innere Jetlag-Situation“. Dadurch sinkt die Qualität des Tiefschlafs, und die körpereigene Reparaturleistung wird geschwächt – auch wenn man „viel schläft“. Es gilt: Je regelmäßiger der Rhythmus, desto effizienter der Schlaf.
Dies sorgt dafür, dass der Körper zuverlässig Melatonin bildet, den Cortisolrhythmus stabil hält und nachts die anti-entzündlichen Prozesse abbauen kann.
Typische Symptome einer chronischen Entzündung
Typische Symptome sind:
- ständige Müdigkeit
- Gelenkschmerzen ohne Befund
- Reizdarm & Verdauungsprobleme
- Hautprobleme (Akne, Rosazea, Ekzeme)
- Schlafstörungen
- Gewichtszunahme trotz Diät
- Konzentrationsprobleme („Brain Fog“)
- Infektanfälligkeit
Diese Symptome sind unspezifisch – deshalb bleiben stille Entzündungen oftmals lange unentdeckt.
Wie erkennt man eine stille Entzündung? Wichtige Entzündungswerte
Labore, die bei chronischer Entzündung hilfreich sind:
- hsCRP (hochempflindliches CRP)
- TNF-α
- IL-6
- Homocystein
- Vitamin D
- Zonulin (Hinweis auf Leaky Gut)
- Stuhlanalyse (Darmflora, Entzündungsmarker, Dysbiosen)
Viele Ärzte testen nur CRP – doch stille Entzündungen laufen oft unter der Nachweisgrenze. Eine umfassende Untersuchung der Laborwerte wird zudem von vielen Heilpraktikern angeboten und durchgeführt.
Entzündung senken – aktuelle Forschung
1. Antientzündliche Ernährung
Natürlich wirksame Entzündungshemmer:
- Gemüse und Beeren (Antioxidantien)
- Omega-3 aus Fisch oder hochdosierten Ölen
- Kurkuma
- Ingwer
- grüner Tee
- dunkle Trauben und Beeren
- Olivenöl
- fermentierte Lebensmittel (Darmflora!) – Mein Tipp: Kefir jeden Tag.
2. Omega-3 – eines der stärksten natürlichen Entzündungshemmer
EPA/DHA senken: IL-6, TNF-α und CRP
Die Datenlage ist eindeutig. Siehe oben.
3. Darmgesundheit wiederherstellen
Wichtig für Darmflora/Mikrobiom:
- Ballaststoffe
- Probiotika
- Stressreduktion
- hochwertige Ernährung
- kein Dauerzucker
- Alkohol reduzieren
4. Vitamin D
Ein Mangel verstärkt systemische Entzündungen.
Sehr häufig in Deutschland – gerade in der dunklen Jahreszeit. Eine Supplementierung ist auch hier sinnvoll.
5. Schlaf
7 Stunden, konstante Schlaf-Wach-Rhythmen, ansonsten steigen Entzündungswerte nachweislich an. Mein Tipp: Kein Melatonin supplementieren, sondern die Basics beachten.
6. Bewegung
10.000 Schritte pro Tag UND Krafttraining (senkt u.a. oxidativen Stress). Siehe Krafttraining-Blog.
Warum moderne Menschen so entzündet sind
Die wissenschaftlichen Gründe:
- zu viel Zucker
- zu viel Omega-6
- zu wenig Bewegung
- zu viel Stress (Dysstress)
- Überforderung des Immunsystems
- Umweltgifte
- falsche Ernährung
- Schlafmangel
- Darmflora zerstört durch Stress, Medikamente, Ernährung
-> Perfekter Cocktail für chronische Entzündungen im Körper.
Wie Heilpraktiker bei Entzündungen unterstützen können
Heilpraktiker helfen u.a. mit Hilfe folgender Ansätze:
- ausführliche Anamnese
- Stuhldiagnostik → Darmflora, Entzündungsmarker
- moderne Infusionstherapie (Vitamin C etc.)
- Mikronährstoffdiagnostik/-therapie
- Ernährungsmedizin
- Stress- und Nervensystemregulation
- Ursachenforschung statt Symptombehandlung
Bei stillen Entzündungen ist dieses ursachenorientierte Vorgehen oft effektiver als reine Schulmedizin.
Fazit: Entzündungen sind der unsichtbare Beschleuniger der Alterung — aber wir können sie beeinflussen
Stille Entzündungen sind eine der wichtigsten, aber am stärksten unterschätzten Gesundheitsgefahren der modernen Welt. SIe laufen „unter dem Radar“.
Die gute Nachricht:
Man kann Entzündungen im Körper aktiv senken – durch Ernährung, Lebensstil, Bewegung, Schlaf und gezielte naturheilkundliche Therapie. Wie das geht? Studiert diesen Blog und alle weiteren auf dieser Seite. Bei Fragen kontaktiert mich.
Ein gesunder Körper entzündet sich nicht dauerhaft.
Er heilt.
Und genau das ist erreichbar.


