Vitamin C gehört zu den bekanntesten Nährstoffen überhaupt – und gleichzeitig zu den am meisten unterschätzten. Die meisten Menschen denken sofort an Erkältungen, Zitrusfrüchte oder das Immunsystem. Doch wer sich intensiver mit diesem Vitalstoff beschäftigt, etwa durch das Burgerstein Handbuch Nährstoffe, erkennt schnell: Vitamin C kann weit mehr, als allgemein bekannt ist. Es zeichnet sich durch eine gute Bioverfügbarkeit, einfache Dosierbarkeit und niedrige Kosten aus. In der Gesundheitsvorsorge findet es bislang jedoch nur begrenzt Beachtung.
Vitamin C Wirkung: Weit mehr als nur Unterstützung für das Immunsystem
Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, ist ein entscheidender Faktor für zahlreiche Prozesse im Körper. Als starkes Antioxidans schützt es die Zellen vor freien Radikalen und reduziert oxidativen Stress, der maßgeblich an Alterungsprozessen und entzündlichen Vorgängen beteiligt ist. Gleichzeitig unterstützt es die Kollagenbildung, die für die Gesundheit von Haut, Knochen, Zähnen, Blutgefäßen und Bindegewebe essenziell ist.
Darüber hinaus spielt Vitamin C eine zentrale Rolle bei der Wundheilung, der Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und der Regulierung des Immunsystems. Es beeinflusst entzündliche Prozesse und kann die Abwehrkräfte gezielt stärken. Ein weiterer relevanter Aspekt der Ascorbinsäure ist seine unterstützende Wirkung auf die physiologische Stressreaktion. Vitamin C sorgt dafür, dass in Stresssituationen weniger Cortisol ausgeschüttet wird. Damit unterstützt es nicht nur die körperliche Stabilität, sondern hilft auch, die negativen Folgen chronischen Stress wie Schlafstörungen, Müdigkeit oder Herz-Kreislauf-Belastungen zu reduzieren – ein Effekt, der in unserer schnelllebigen, stressbelasteten Umwelt von großer Bedeutung ist.
Anhand dieser vielfältigen Funktionen wird deutlich: Vitamin C ist weit mehr als ein Erkältungsvitamin – es ist ein essenzieller Baustein für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Stressresistenz.
Vitamin-C-Mangel: Besonders ältere und chronisch kranke Menschen betroffen
Besonders auffällig ist, dass gerade ältere Menschen und chronisch Kranke häufig nicht ausreichend mit Vitamin C versorgt sind. Laut dem Burgerstein Handbuch Nährstoffe ist ein Mangel in diesen Gruppen weit verbreitet.
Ein Vitamin-C-Mangel entsteht nicht nur durch eine unausgewogene Ernährung. Viele Faktoren erhöhen den Bedarf, oder hemmen die Aufnahme des Vitamins:
- Infektionen, Fieber, Muskel- und Knochentraumata, Krebserkrankungen, Chronische Erkrankungen wie Diabetes, COPD, Übergewicht, Bronchitis, Herz-Kreislauf-Probleme oder entzündliche Erkrankungen wie Darmentzündungen, Arthritis oder Gastritis
- Medikamente, die den Vitamin-C-Spiegel im Körper senken
- Rauchen und/oder hoher Alkoholkonsum
- Stress
- Eingeschränkte Nährstoffaufnahme im Alter
- Wachstum, Schwangerschaft, Stillzeit
Diese Risikofaktoren zeigen: Die offiziell empfohlenen Tagesmengen decken häufig nicht den tatsächlichen Bedarf ab. Gerade Menschen, die gesundheitlich vorbelastet sind, profitieren daher besonders von einer gezielten Zufuhr.
Vitamin C Supplementierung: Einfach, günstig und wirkungsvoll
Vitamin C ist ein essenzieller Nährstoff. Ein Nährstoff gilt als essenziell, wenn er für die normalen Körperfunktionen unverzichtbar ist und gleichzeitig nicht vom Körper selbst hergestellt werden kann. Daher müssen diese Stoffe regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden. Bei einer ausgewogenen Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, wird der Basisbedarf – also die Menge, die benötigt wird, damit der Körper normal funktioniert und keine Mangelerscheinungen auftreten – in der Regel problemlos gedeckt.
Für die präventive oder therapeutische Versorgung – die dafür sorgt, das Risiko für Krankheiten zu verringern oder Heilungsprozesse bei schon bestehenden Krankheiten zu verbessern – sind jedoch oft deutlich höhere Mengen erforderlich. Laut dem Burgerstein Handbuch Nährstoffe liegt der therapeutische Tagesbedarf peroral (über den Mund aufgenommen) im Bereich von 200 bis 3.000 mg, je nach individuellen Bedürfnissen und gesundheitlicher Situation. Solche Mengen werden über die normale Ernährung meist nicht erreicht und erfordern gegebenenfalls eine gezielte Supplementierung.
Da Vitamin C wasserlöslich ist, werden überschüssige Mengen in der Regel über den Urin ausgeschieden. Eine klassische Überdosierung ist daher bei gesunden Menschen praktisch nicht möglich. Gleichzeitig ist eine unzureichende Versorgung problematisch, da Vitamin C zahlreiche essenzielle Funktionen erfüllt – darunter die Unterstützung der Immunabwehr, antioxidativer Zellschutz, Kollagenbildung und die Regulation von Stressreaktionen. Eine unzureichende Zufuhr kann langfristig gesundheitliche Nachteile mit sich bringen.
Eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung ist daher ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Sie sollte individuell an Alter, Lebensstil, Gesundheitszustand und andere persönliche Faktoren angepasst werden, um die vielfältigen Funktionen dieses essenziellen Vitamins optimal zu unterstützen.
Warum wird Vitamin C trotz guter Datenlage selten gezielt verordnet?
Angesichts der umfangreichen wissenschaftlichen Daten zu den positiven Effekten von Vitamin C stellt sich eine entscheidende Frage: Warum wird Vitamin C nicht häufiger von Ärztinnen und Ärzten gezielt verordnet – insbesondere zur Vorbeugung?
Ein Grund liegt in der Struktur unseres Gesundheitssystems. Es ist stark auf Behandlung statt Prävention ausgerichtet. Präventive Maßnahmen mit günstigen, nicht patentierbaren Nährstoffen wie Vitamin C finden hier oft nur wenig Beachtung.
Dabei zeigen Studien, dass Vitamin C nicht nur bei akuten Infekten, sondern auch langfristig die Gesundheit von Risikogruppen verbessern kann – eine Möglichkeit, die Krankheitslast nachhaltig zu senken.
Prävention im Gesundheitssystem: Vitamin C als Baustein für mehr Gesundheitsvorsorge
Würden Krankenkassen die gezielte Vitamin-C-Supplementierung unterstützen, könnten mehrere positive Effekte eintreten:
- Bessere Nährstoffversorgung bei älteren und chronisch kranken Menschen
- Geringere Krankheitslast und weniger Komplikationen
- Weniger Bedarf an teuren Medikamenten und Therapien
- Entlastung des Gesundheitssystems insgesamt
Ein solcher Ansatz wäre ein Schritt in Richtung eines Systems, in dem der Erhalt der Gesundheit im Mittelpunkt steht, statt ausschließlich die Behandlung bereits bestehender Krankheiten. Prävention, frühzeitige Versorgung und die Unterstützung der körpereigenen Funktionen könnten langfristig nicht nur die individuelle Gesundheit stärken, sondern auch die gesellschaftlichen Gesundheitskosten senken. Vitamin C ist dafür ein einfaches, sicheres und kostengünstiges Beispiel.
Fazit: Vitamin C verdient mehr Aufmerksamkeit
Vitamin C ist kein Allheilmittel – aber ein essenzieller Nährstoff mit außergewöhnlich breiter Wirkung. Seine gute Verfügbarkeit, einfache Anwendung und niedrigen Kosten stehen in starkem Kontrast zu dem geringen Stellenwert, den es häufig im medizinischen Alltag einnimmt.
Dass gerade ältere Menschen und chronisch Kranke häufig unter einem Vitamin-C-Mangel leiden, sollte Anlass sein, den präventiven Einsatz dieses Vitamins neu zu bewerten. Eine gezielte Supplementierung kann die individuelle Gesundheit stärken, Krankheitsverläufe mildern und langfristig auch das Gesundheitssystem entlasten.
Vielleicht ist es an der Zeit, Vitamin C nicht länger als „einfaches Vitamin“ zu betrachten, sondern als das, was es tatsächlich ist: Ein unterschätztes Produkt mit großem Potenzial für mehr Gesundheit – persönlich wie gesellschaftlich.




