Schlaftracker: Sinnvolle Hilfe für besseren Schlaf – mit klaren Grenzen

Schlaftracker gibt es als Smartwatches, Fitnessarmbänder oder Schlafringe. Sie messen den Schlaf nicht direkt, sondern schätzen ihn anhand von Bewegung, Herzfrequenz, HRV und teilweise der Sauerstoffsättigung. Aus diesen Signalen berechnen Algorithmen Schlafdauer, Schlafqualität und Schlafphasen.

Smartwatches und Fitnessarmbänder erkennen Bewegungen gut, Schlafringe messen Puls und HRV besonders konstant. Wichtig: Schlafphasen werden nur geschätzt. Die Daten sind vor allem sinnvoll, um Trends über mehrere Nächte zu beobachten, nicht für die exakte Analyse einzelner Nächte.

Genauigkeit von Schlaftrackern

Um zu bewerten, wie genau solche Schätzungen sind, habe ich mir den wissenschaftlichen Artikel Accuracy of Three Commercial Wearable Devices for Sleep Tracking in Healthy Adults angesehen. In dieser Studie wurden der Oura Ring Gen 3, die Fitbit Sense 2 und die Apple Watch Series 8 mit der Polysomnographie (PSG) verglichen. Die PSG ist eine professionelle Schlafanalyse im Schlaflabor und gilt als Goldstandard, da sie unter anderem die Gehirnaktivität misst und Schlafphasen exakt bestimmen kann.

Schlafen oder wach sein

Bei der grundlegenden Frage, ob eine Person schläft oder wach ist, schneiden alle getesteten Geräte sehr gut ab. In der Studie erreichten alle Tracker eine Sensitivität von mindestens 95 %. Das bedeutet, dass die Geräte in über 95 % der Fälle korrekt erkannt haben, ob die Testpersonen geschlafen haben oder wach waren – verglichen mit den Messungen im Schlaflabor.

Für die Erfassung der reinen Schlafdauer sind moderne Schlaftracker daher insgesamt sehr zuverlässig.

Erkennung der Schlafphasen

Deutlich schwieriger wird es bei der Unterscheidung der einzelnen Schlafphasen (Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf). Hier zeigten sich in der Studie klare Unterschiede zwischen den Geräten.

GerätSensitivitätPräzision
Oura Ring Gen 376–79 %77–80 %
Fitbit Sense 262–78 %~73 %
Apple Watch Series 850–86 %73–88 %

Die Zahlen zeigen: Schlafphasen können von Wearables nur mit mittlerer Genauigkeit erkannt werden. Je nach Gerät und Schlafphase gibt es teils deutliche Abweichungen zum Schlaflabor.

Einordnung für den Alltag

Für den praktischen Einsatz bedeutet das:

  • Schlaftracker sind sehr gut geeignet, um Schlafdauer, Schlafzeiten und langfristige Trends zu beobachten.
  • Die angezeigten Schlafphasen sollten als Orientierung verstanden werden, nicht als medizinisch exakte Messwerte.
  • Bei anhaltenden Schlafproblemen oder dem Verdacht auf eine Schlafstörung ersetzen Wearables keine Untersuchung im Schlaflabor.

Kurzfazit für Leser

Alle Geräte erfassen die Schlafdauer recht zuverlässig, aber bei den Schlafphasen gibt es deutliche Unterschiede – mit dem Oura Ring als genauestem Gerät in diesem Vergleich.